Leseprobe zu „Petersburger Dämonen“

So, und damit ihr euch nicht nur am Cover ergötzen müsst (oder könnt oder so), kommt hier der Anfang des Romans:

Buch 1: Der Jäger

I. Teil

Er brauchte ein Opfer, jung und zart.
Er liebte Technik nicht, aber der Videokatalog im Internet war nützlich. In Ruhe konnte er das Jungtier auswählen, es beobachten, seine Bewegungen, seine Muskelmasse, den Genuss einschätzen, den es ihm bereiten würde, wenn er seine Zähne in das lebendige, warme Fleisch grub.
Durch den Katalog wusste er auch, wo das Opfer zu finden war. Also legte er sich auf die Lauer. Sobald es vorbeikam, folgte er ihm zu seinem Schlafplatz. Stellte fest, ob es allein schlief. Zog sich wieder zurück. Denn er jagte erst kurz vor der Morgendämmerung.
Er schlich durch die Hinterhöfe. Hielt inne. Schnüffelte.
Hier hatte es sich versteckt. Sein Opfer.
Schlief. Tief und fest. Ohne zu ahnen, dass er schon auf seiner Spur war.
Er folgte dem Duft. Der Hunger verstärkte seinen Jagdtrieb.
Lautlos durchquerte er den Hof. Ließ sich auf alle Viere fallen. Duckte sich. Suchte die Ecken und Winkel ab.
Da!
Ein kleines Bündel.
Katzengleich huschte er in den Hauseingang, schnüffelte. Nur ein Hauch Testosteron. „Michail“, sagte er sanft, „aufwachen!“
Das Jungtier öffnete die Augen, blinzelte.
Er zeigte sich ihm in seiner wahren Gestalt.
Das Jungtier schrie, strampelte sich aus der Decke, kroch, sprang auf, rannte.
Der Duft des Adrenalin erregte ihn. Er fuhr seine Krallen aus.
Das Spiel hatte begonnen.

Freitag

Kolya stand an der leeren Fensterhöhle der Dachkammer und schaute über das frühmorgendliche Sankt Petersburg. In den Weißen Nächten wurde es nie ganz dunkel, die Menschen feierten, sangen und tanzten fast ununterbrochen. Auch jetzt hörte er noch das Grölen von Betrunkenen und das dumpfe Stampfen eines Ghettoblasters irgendwo ein paar Straßen weiter.
Der ewige Wind, der durch die Stadt wehte, trug ihm Biergeruch zu. Erbrochenes, Schweiß und Urin. Verfaultes Gemüse und überreifes Obst aus den Müllcontainern. Öl und Benzin aus der Werkstatt am Ende des Hofes.
Und einen Hauch von Tod.
Seine Hände krampften sich um den geborstenen Fensterrahmen.
Er spürte es in jeder Faser seines Körpers: Der Jäger, von dem die meisten glaubten, er sei ein Werwolf, war wieder unterwegs gewesen. Straßenkinder waren seine Beute. Straßenkinder, um die sich niemand kümmerte, die niemand beschützte. Straßenkinder wie Dimka und er.
Wenn der Jäger nur nicht in ihren Hof käme, in ihr Haus, ihre Kammer unter dem Dach.
Er konnte sich und den kleinen Dimka gegen gleichgroße Jungen verteidigen, konnte größere so lange aufhalten, bis Dimka in Sicherheit war, schaffte es notfalls auch, sich gegen einen Betrunkenen zu wehren.
Aber der Jäger …
Die Angst zog ihm den Magen zusammen.
Der Jäger konnte nur ein Dämon sein. Und was sollte er einem Dämon entgegensetzen?
Er schloss die Augen und atmete tief durch. Diesmal waren sie nicht in Gefahr, diesmal hatte der Jäger irgendwo anders sein Opfer gefunden.
Er stieß heftig die Luft aus. Die Nacht war vorbei, ein neuer Tag erwartete sie! Er drehte sich um und schaute Dimka an, der noch fest schlief. Seine schmale Brust unter der zerfransten Decke hob und senkte sich, hob und senkte, hob, senkte …
Kolyas Magen knurrte, das altbekannte Hungergefühl stellte sich ein. Früher, als Dimka noch nicht für ihn gebettelt hatte, war es schlimmer gewesen; die Erinnerung an den tiefen, beißenden Schmerz im Bauch krallte sich noch immer fest in sein Gedächtnis.
Er schüttelte den Kopf. Jetzt war alles anders.
Er zog die Decke weg und stieß dem Jüngeren einen Zeigefinger in die Seite. Dimka zuckte ein wenig, murmelte „Hör auf.“
„Nein!“ Kolya bohrte ihm den Zeigefinger in die andere Seite. Dimka drehte sich um. „Kolya … hör auf!“
„Steh auf! Die Sonne ist schon aufgegangen.“
„Eh, Kolya, im Sommer geht die doch gar nicht erst unter!“
Er kitzelte jetzt mit allen Fingern Dimkas Oberkörper. Der Kleine zuckte hoch. „Kolya!“, quiekte er.
„Dimka!“
„Oh Mann!“ Und Dimka lachte los. Hoch und abgehackt.

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Erste Ebook-Veröffentlichung

Hallo an alle (hallo? Ist da wer? HALLLOOOO!).

Ich habe mich jetzt (endlich) dazu entschlossen, meine fertiggestellten Romane selbst als Ebooks zu veröffentlichen und nicht bis an mein Lebensende darauf zu warten, dass eine Agentur oder ein Verlag an ihnen Gefallen findet.

Dämonencover final

Mein erstes Ebook ist der Urban-Fantasy-Roman „Petersburger Dämonen“, der hier erhältlich ist (Achtung, Werbung!):

http://www.amazon.de/Petersburger-D%C3%A4monen-ebook/dp/B00EEABAC4/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1377940848&sr=8-2&keywords=petersburger+d%C3%A4monen

oder auch hier:

https://www.smashwords.com/books/view/341538

oder hier:

http://www.xinxii.com/petersburger-daemonen-p-345981.html

Es wäre schon schön, wenn ich so ein paar Leser finden würde 🙂